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Das Leben eines Musikstudenten

Per Hauber ist eigentlich Saxophonist, hat in Berlin Musikerziehung studiert, sogar schon mit den Berliner Philharmonikern gespielt und bei “Wetten, dass…?” einen Auftritt als Backgroundsänger gehabt. Neben seinem Studium hat er ein Saxophon-Quartett gegründet und Konzerte veranstaltet, bei “Jugend musiziert” hat er schon als Schüler mehrere Preise gewonnen. Doch mittlerweile ist ihm sein Musikerjob bei Orchester zu langweilig geworden. Wenn man jeden tag zwei Proben und abends ein Konzert hat, dann kann einem das schnell auf die Nerven gehen. Jetzt arbeitet er als Product Manager in der Klassikabteilung bei Universal Music, einer Plattenfirma. Er hat Glück, denn sein jetziger Job hat freie Hierarchien und er hat viel mehr Freiraum als im Orchester. Ausserdem bemängelt er, dass ein Musikstudium selten wirtschaftliche Kenntnisse vermittelt und sich zu sehr auf eine Karriere als Musiker konzentriert. Die Zeit als aktiver Musiker vermisst er überhaupt nicht.

In einer ähnlichen Situation befindet sich Andreas Vogelmeier, er hat sich auch gegen eine Karriere als aktiver Musiker entschieden. Er hat in München und Berlin achte Jahre lang Trompete studiert und ebenfalls schon in großen Orchestern mit gespielt – unter anderem an der Staatsoper in Hamburg. Vor fünf Jahren hat er sich dann dazu entschlossen, katholische Theologie zu studieren und Priester zu werden. 

In den USA lernen Musikstudenten schon früh, sich selbst zu vermarkten und machen einen kleinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaft. In Deutschland wäre dies auch angebracht, damit angehende Musiker lernen sich gegen ihre Konkurrenten durch zu setzen. Es ist gängige Praxis, dass Studenten nach einer Instrumentenausbildung trotzdem als Produzenten arbeiten oder Konzerte organisieren. Dafür müssen sie jedoch auf eigene Faust zum Beispiel BWL-Kurse machen. 

Starcellistin Sol Gabetta

Sol Gabetta wurde 1981 in Argentinien geboren ist aber eine „Weltbürgerin“, so sagt sie. Sie ist eine sehr bekannte und begnadete Cellistin und Fernsehmoderatorin.

Geboren wurde sie als Tochter französisch-russischer Eltern in Argentinien. Schon als Kind verblüffte sie bei der Aufnahme für einen musikalischen Kindergarten die Zuständigen mit ihrem Talent. Dank vieler Umzugsfirmen konnte sie leicht von Land zu Land ziehen, um sich voll und ganz ihrer musikalischen Ausbildung zu widmen. Von Argentinien aus ist sie zum Studium nach Madrid zu Ivan Monighetti gegangen. Von dort aus ging sie später in die Schweiz nach Basel und dann nach Berlin, um dort bei David Geringas ihr Studium weiter zu führen. Sie sagt, es sei sehr wichtig für einen klassischen Musiker nach Europa zu gehen, weil es der wichtigste Ort für die Klassik ist. Somit lebt sie heute in der Schweiz, weil ihr dieses Land nach eigenen Angaben sehr unterstützt und ihr viele Türen geöffnet hat. Dort hat sie auch ein eigene Festival gegründet und gibt selbst Unterricht.

Während ihrer Laufbahn gewann sie zahlreiche Preise, die sie weiterhin anspornten.

So gewann sie mit nicht ein mal 20 Jahren 1998 ihren ersten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD. 2004 gewann sie bei den Luzernen Festspielen und gab ihr Debüt mit den Wiener Philharmonikern. Zwischen 2007 und 2009 gewann sie jährlich mindestens einen Preis. 2007 startete sie mit dem Echo Klassik als die Instrumentalistin des Jahres und bekam 2008 den Aargauer Kulturpreis. 2009 gewann sie ihren zweiten Echo Klassik, aber dieses Mal für ihre Schostakowitsch-CD als Konzerteinspielung des Jahres. Für die selbe CD gewann sie im selben Jahr den wichtigsten Musikpreis Argentiniens, den „Premio Gardel“.

Das Musik-Studium

Wer sein Instrument liebt und unbedingt einmal Karriere als Musiker machen will, für den gibt es seit einigen Jahren an den Hochschulen und Universitäten Deutschlands einen lukrativen Studiengang. Der Bachelor of Music ist zugeschnitten für alle, die einmal im musischen Bereich tätig werden wollen – ob als Orchestermusiker oder Musikpädagoge. Der Studiengang ist sehr vielseitig ausgelegt, dauert dafür aber auch länger als die meisten Bachelorstudiengänge, nämlich 4 Jahre. Der Bachelor of Musicist grundsätzlich sehr künstlerisch und individuell ausgelegt, was einen großen Unterschied zu einem „klassischen“ Hochschulstudium darstellt.

Wer Musik studiert, der muss sich auf Inhalte einstellen, die sich aus Musiktheorie und Praxis zusammensetzen. Es ist jedoch möglich, durch eine Fachwahl den Schwerpunkt des Studiums zu setzen. Bei der Einschreibung wird dabei vom Lehrpersonal eine individuelle Empfehlung für jeden Studenten ausgesprochen, welche sich nach den Fähigkeiten und dem Berufswunsch des Einzelnen richtet.

Die meisten Studenten studieren mit dem Schwerpunkt Instrumentalmusik, wobei sie sich auf ein oder zwei Instrumente spezialisieren. Dabei wählen sie zusätzlich zwischen den Bereichen Solo-, Kammer- oder Orchestermusik. Nicht jeder Solokünstler fügt sich problemlos in eine Gruppe von Musizierenden ein. Es gibt weitere Angebote, zu denen an deutschen Hochschulen beispielsweise Gesang, Kirchenmusik, Korrepetition, Dirigieren und Komponieren zählen.

Dem Studierenden ist es hierbei möglich, sich für klassisch-orientierte Studienfächer oder modernere Richtungen wie Jazz oder Rock zu entscheiden.

Dabei werden die Studienfächer ständig an die aktuelle Situation auf dem „Musikmarkt“ angepasst und auch neu aufkommende Stilrichtungen mit einbezogen.

Auch im Bereich Tontechnik kann man seinen Bachelor of Music machen. Dieser ist eher technisch angehaucht. Auch Musiklehrer finden mit dem Bachelor of Music eine solide Grundausbildung.

Die individuelle Förderung der Studenten ist dabei Mittelpunkt des Studiums. Deshalb findet oft Einzelunterricht statt. Vorlesungen mit mehreren hundert Studenten sind eher eine Seltenheit.

Robert Schumann Hochschule, Foto: clara-s_flickr

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