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Das Spiel mit dem modernen Jazz, gespickt mit beeindruckender Virtuosität, Tiefgang und vribrierendem Swing- das zeichnete den Jazz-Pianisten Michel Petrucciani unverkennlich aus. Der Pianist legte eine atmenberaubende, aber doch kurze Karriere hin und wird dafür nun mit einem Dokumentarfilm gewürdigt.
Den ersten Auftritt in der Hamburger Fabrik des Pianisten Petrucciani, genossen nicht mehr als rund 100 Zuschauer. Doch schon bald schaffte er den großen Sprung zur allgemeinen Bekanntheit, wozu ihm der Fernsehmoderator Roger Willemsen verhalf. Der anfängliche Geheimtipp wurde zum Publikumsliebling, als Willemsen ihn als Studio-Musiker für seine ZDF-Talkshow verantwortlich machte. Dadurch wurde der französische Musiker mit sizilianischen Wurzeln auch weit über die Jazzszene hinaus bekannt und gab nur ein Jahr nach seinem ersten Auftritt in der Hamburger Fabrik eine weitere Vorstellung, die dieses Mal in einer ausverkauften Halle gefeiert wurde.
Petrucciani litt unter der unheilbaren Glasknochenkrankheit, doch erschuf trotz des gezeichneten Körpers Unglaubliches auf den Tasten des Steinway-Flügels. “Leben gegen die Zeit” heißt der Untertitel des Dokumentarfilms, den Oscar-Preisträger Micheal Radford dem Pianisten widmete. Dazu sammelte er Interviews mit Familienangehörigen Petruccianis, einstigen Wegbegleitern in der Musikwelt und fesselndes Archivmaterial. Beeindruckend und mitreißend wird hier die Geschichte eines Jungen mit Handycap gezeigt, der es mit bloßer Willensstärke und einer gehörigen Portion Talent zu einem der weltweit besten Pianisten schaffte. Er wurde zum Teil der berühmten Musikwelt, mit allem, was zu einem exzessiven Leben gehört und ließ weder Trinkgelage, Reisen, Drogen noch Frauen darin aus.
Schon mit 13 spielte er ein Konzert mit dem Trompeter Clark Terry und geht nur fünf Jahre später mit Charles Lloyd auf Tournee. In New York dann tritt er mit sämtlichen Jazzgrößen der Zeit auf. In der selben Stadt jedoch stirbt er im Januar des Jahres 1999 an einer Lungenentzündung. Nach einem 36 Jahre langen, turbulenten Leben, wurde Michel Petrucciani auf dem Pariser Friedhof Pére Lachaise neben Chopin beigesetzt.












